CROSSOVER IN KERAMIK

Die gerade Linie ist nicht ihre Art oder ein Balanceakt zwischen den Kulturen.

 

Wie die feinen Risse in ihren typischen Craquelé – Arbeiten, entzieht sich auch der Lebenslauf der in Berlin lebenden Jeanne Koepp glasklarer Logik.

„Es gibt kein Initialerlebnis, das mich zur Keramik gebracht hat“, sagt die gebürtige Dresdnerin die seit 1992 eine eigene Galerie in Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg hat.

Eindeutig sind allerdings die Einflüsse für die zugleich filigranen und strengen Formen ihrer Werke.

„Das Morbide Ostdeutschlands, das zugleich etwas sehr Schönes an sich hat, faszinierte mich schon immer. Das spiegelt sich in der Craquelé- Technik wieder“. 

Inspiration holt sich Jeanne Koepp aber auch auf regelmäßigen Reisen durch Westafrika, der Heimat ihres Vaters.

Manchmal dauert es ein Jahr, bis sich nach einer solchen Reise eine Idee in ein fertiges Werk verwandelt.

Die meisten Arbeiten sind Unikate. Schalen, Dosen und Vasen werden in Kleinserie oder als Einzelstück hergestellt.

 

Die Keramiken von Jeanne Koepp sind frei an der Töpferscheibe gedreht oder gegossen und bei ca. 1100 Grad Celsius im Elektroofen gebrannt. Auf den Deckeln der Dosen sind verschiedene Materialien wie Metall, Silber, Gold, Plastik oder Glas in verschiedenen Kombinationen als Knauf angebracht.

 

 

 

R. Emich

 

Erscheinen in der Elle Bistro Mai 2003